WO ERLEBEN WIR DISKRIMINIERUNG ÄLTERER MENSCHEN?
Seniorenforum Hattingen

- ein Scheibenwischer für klare Sicht auf das, was die SeniorenInnen angeht - und in Bewegung bringen sollte

Altersdiskriminierung

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Alt ist jedoch kein Schimpfwort und keine ansteckende Krankheit. Alt wird jeder, der nicht jung stirbt.

Das für alle BürgerInnen offene Seniorenforum der Stadt Hattingen will die allgemeine Aufmerksamkeit auf Diskriminierungen der älteren Mitbürger und die daraus folgenden sozialen und ökonomischen Benachteiligungen lenken. Das Seniorenforum will helfen, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Seit dem 18. August 2006 gibt es das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“. Was heißt das? Das Gesetz verbietet ausdrücklich Benachteiligungen wegen Alter, Geschlecht, Behinderung, Religion, Weltanschauung und Herkunft. Das generelle Recht auf Gleichbehandlung ist im Artikel 3 unseres Grundgesetzes verankert.

Wo kommt Altersdiskriminierung vor?

Formulare, Gebrauchsanleitungen, Verträge und andere Schriftstücke werden unübersichtlich, in zu kleiner Schrift und oft schwer verständlich angeboten.

- Im Gesundheitswesen kommt es vor, dass ältere Patienten mit Medikamenten „stillgestellt“ werden.

- Wichtige Leistungen werden ihnen verweigert.

Beispiel: Einer Seniorin (69) wurde im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung eine Rehabilitationsmaßnahme verweigert. Begründung: Ihre Arbeitsfähigkeit müsse nicht wieder hergestellt werden, da sie doch Zeit hätte, alles auszukurieren.

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Ab einem bestimmten Alter werden ältere Menschen oftmals nicht mehr in Versicherungen (auch Auslandskrankenversicherungen) aufgenommen, oder es werden ihnen erschwerte ärztliche Untersuchungen abverlangt.

Beispiel: „Ich bin Jahrgang 1938 und habe mich bemüht, eine private Zusatzkrankenversicherung abzuschließen. Telefonisch wurde mir jedes Mal abgesagt. Ich habe noch nicht einmal Unterlagen zum Ausfüllen bekommen.“ (Zitat)

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Älteren Menschen werden in einigen Fällen Dispositionskredite nicht mehr eingeräumt, gekürzt oder ganz gestrichen.

Beispiel: Ohne weitere Rücksprache wurde die Kreditwürdigkeit eines Seniors (66) auf ein Drittel der Höhe der monatlichen Rente begrenzt.

Auch in unserer Stadt ständig thematisiert:

Unzureichende öffentliche Toiletten und hier oft fehlende Haltegriffe, zu hohe Treppenstufen in Bahnhöfen und Parkhäusern, defekte Aufzüge, zu kurze Grünphasen bei Fußgängerampeln, lockere Gehwegplatten, unebene Bürgersteige, zugewachsene Durchgänge, unzureichende Ausleuchtung, fehlende Geländer, um hier nur einige Beispiele zu nennen. Dadurch entstehen Benachteiligungen von älteren Menschen bei der Teilnahme am sozialen Leben der Stadt.

Wie äußert sich Altersdiskriminierung?

1. Offenes, unverhohlenes Anstoßnehmen an älteren Menschen.
2. Verdecktes Anstoßnehmen, Beleidigungen und Abwertungen, z.B. witzeln (als Ausdruck der Hilflosigkeit) über Handicaps oder traditionelle Lebensstile von Senioren.
3. Gedankenloses Schwadronieren über Eigenarten von Senioren.

Das „Unwort“ des Jahres 2005 lautete „Langlebigkeitsrisiko“

Unverständlich erscheint uns die in der gesamten Gesellschaft latent vorhandene Altersfeindlichkeit, die sich oftmals in der Sprache ausdrückt. Da ist unter anderem die Rede von „überalterter Gesellschaft" und „Rentnerschwemme" oder „Pensionslast“ und man zittert allerorts vor der bald heransausenden „Seniorenlawine". (Selten spricht man von dem „Kindermangel“, wobei die „Älteren“ oft drei bis vier Kinder auch unter ökonomisch schwierigen Bedingungen groß gezogen haben.)

Wir wollen Altersbilder verändern!

Noch so viele Gesetze gegen Diskriminierung nützen nichts, wenn sich in unserer Gesellschaft die Altersbilder nicht ändern und uns selbst das Vertrauen in die Zukunft unseres eigenen Alters verloren geht!

Realistische Altersbilder sind: Engagement, Kompetenz, Erfahrung und Verantwortung.

Leider haben sich viele Senioren bereits mit Diskriminierungen abgefunden, als handelte es sich um ein Naturgesetz bzw. die unausweichlichen Folgen des Alters.

Werden Sie LAUT und LÄSTIG!

Fühlen Sie sich ermutigt, gegen diskriminierende Verhaltensweisen, Vorschriften oder Regelungen anzugehen! Schaffen Sie Öffentlichkeit! Holen Sie Altersdiskriminierungen ans Tageslicht! Informieren Sie uns über Ihr Erlebnis, über ihre Gegenmaßnahme oder Konsequenzen!

Seien Sie also mutig und wehren Sie sich, wenn Sie das Gefühl haben, zu Unrecht benachteiligt worden zu sein. Wir wollen Ihnen dabei helfen.

Ihre Ansprechpartner aus dem Seniorenforum:

Hans Hartung Tel. 34145
Bernd Loewe Tel. 82526
Leni Meinecke Tel. 40489
Ferdinand Schmitz Tel. 392941
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